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Annikas Blog - Tagebuch einer Reise

01. März – 31. März 2012

Nun sind es noch etwas über 2 Monate und ich werde wieder heimkehren. Es gibt noch sehr viel zu erledigen und auch wenn ich noch 2 Monate habe, wird es wirklich schwierig alles noch umsetzen, was ich mir vorgenommen habe.

MeetingWir hatten Anfang März das Meeting mit allen Eltern und Erziehungsberechtigten, um den aktuellen Stand mitzuteilen, welche Veränderungen wir vorgenommen haben und welche noch folgen werden. Leider waren insgesamt nur 34 Personen anwesend und nicht ein Lehrer ist erschienen. Dies ist wirklich bedauerlich, zumal dann später wieder fragen kommen, die überflüssig wären, wenn alle auf dem Meeting erschienen wären. Das Treffen ist wirklich wichtig und informativ für alle Beteiligten, es sollte 2-mal im Jahr auf jeden Fall durchgeführt werden. Ich hoffe, wenn wir es kontinuierlich fortführen, werden auch die anderen Personen nach und nach erscheinen und sehen, welche Bedeutung es hat und das es auch für Sie einen Vorteil bringt. Natürlich können alle anschließend noch Ihre persönlichen Probleme in einem privaten Gespräch vorbringen.

In dem Meeting wurde diesmal vorrangig auf die Bildung bzw. Wichtigkeit der Schulbesuche eingegangen. Wir haben gemeinsam mit den Eltern/Erziehungsberechtigten die möglichen Ursachen für schlechte Noten analysiert und versucht verschiedene Lösungsmöglichkeiten zu erarbeiten. Abgesehen von den Schulen, die nicht über genügend Schulmaterial verfügen oder oftmals Lehrermangel herrscht, liegen die Probleme aber auch oft zu Hause. Viele Eltern/ Erziehungsberechtigten haben selber keine Schulausbildung genossen, können daher nicht die Wichtigkeit in Bildung sehen. Die Kinder bleiben fern von Schulen, da Sie mit auf den Feldern arbeiten oder im Haushalt Unterstützung leisten. Dieses werden wir auch den Eltern nicht verbieten können, aber die Kinder haben zur Schule zu gehen und danach können Sie allen anderen Verpflichtungen nachgehen.

GodloveEinige Sponsoren haben extra Geld für ihre Patenkinder überwiesen, von denen verschiedene, nützliche Utensilien für die Kinder und Familien gekauft werden. Bei den meisten Familien ist es ratsam, direkt von dem Geld die Gegenstände zu kaufen und Sie auszuhändigen. Allerdings haben wir auch ein paar Jugendliche oder Familien, bei denen wir keine Befürchtung haben brauchen, dass Sie das Geld für andere Dinge verwenden, als angedacht. Godlov Akioo, den ich mittlerweile ja schon etwas besser kenne, da ich mit Ihm zusammengearbeitet habe, wurde das Geld in bar überreicht. Er hat sich davon eine neue Matratze, Schuhe und Körperpflege Produkte für den Alltag gekauft. Auch von dem Geld der anderen Sponsoren werde ich jetzt nach und nach für die Patenkinder nützlich Dinge kaufen und überreichen.

Dann hatte ich das Vergnügen Christian Joseph kennen zu lernen. Er war damals nicht zu Hause, als ich den Wohnort besucht hatte. Leider hat auch Christian die Prüfung in Form IV nicht bestanden und möchte auch nicht wiederholen. Es ist wirklich schwierig, diesen Jugendlichen zu helfen. Natürlich gebe ich allen den Ratschlag zu wiederholen, somit werden einfach die Chancen für eine bessere Zukunft erhöht, aber ich kann keinen zwingen zurück zur Schule zu gehen. Also haben wir geschaut, wofür Christian sich interessiert, damit er motiviert genug ist, für seine Berufsausbildung auch wirklich zu lernen und einen guten Abschluss erhält. Zum Glück war es nicht kompliziert, da er eine genaue Vorstellung besitzt, was er gern erlernen möchte. Wir sind dann gemeinsam zum College für Journalismus gefahren und haben alle benötigten Unterlagen erfragt, ausgefüllt und wieder eingereicht. Aufgrund dessen, dass er die Form IV nicht bestanden hat, muss er erst einen Jahreskurs besuchen und wenn er diesen besteht, dann kann er weitere 2 Jahre das College besuchen. Ich hoffe für Ihn, dass er das ernst nimmt und lernen wird, er die Chance nutzt, die wir Ihm dort ermöglichen, obwohl er die Form IV nicht bestanden hat.

So auch habe ich mich mit Mariam Kisanga getroffen und Ihre Situation besprochen. Sie hat zum 2-mal einfach Ihre Ausbildung abgebrochen ohne uns zu informieren. Sie hat die Schule nach Standard VII verlassen und war auf zwei unterschiedlichen Vocational Training Centers. Sie möchte unbedingt Schneiderin werden, allerdings muss Sie dazu auch andere Fächer besuchen und diese bereiten Ihr große Schwierigkeiten. Ich möchte nicht sagen, dass sie nicht intelligent genug wäre, aber Ihre Aufnahmefähigkeit beim Lernen bereitet Ihr Probleme. Sie hat nun ein neues Training Center gesucht, bei dem Sie sich nur auf Ihre Richtung spezialisiert und die anderen Fächer nur nebensächlich sind. In dem Gespräch mit Mariam habe ich Ihr bewusst gemacht, dass niemals alle Fächer einem gefallen werden, aber trotzdem muss man lernen und kann nicht einfach jedes Mal hinwerfen. Wir haben es Ihr ermöglicht, die neue Schule zu besuchen, sollte Sie allerdings wieder abbrechen, wird keine neue Hilfe statt finden.
Die Jugendlichen müssen begreifen, dass Sie nicht einfach nur die ganze Zeit die Hand aufhalten können, aber nichts dafür tun brauchen. Man muss sich das mal überlegen, zwei unterschiedliche Ausbildungen wurden Ihr schon finanziert und was ist das Resultat – nichts!
Sie hat keinen Abschluss, keine Zertifikate, keine Berufsausbildung und man kann nun wirklich nicht immer alles auf die schlechten Lebenssituationen schieben.

Übergabe SchuluniformenIch hatte Euch in meinem letzten Bericht geschrieben, dass wir für alle Kinder Schuluniformen anfertigen lassen und diese in den Schulen den Kindern überreichen möchten. Zusätzlich haben wir Schreibhefte für alle gekauft und diese dann gemeinsam mit den Uniformen übergeben. Es fehlen noch einige Uniformen, aber diese sind schon im Auftrag bei dem Schneider und werden von mir in der nächste Woche auch noch übergeben.
Wie alles hier, hat dies natürlich auch wieder so viel Zeit in Anspruch genommen. Wir mussten mit dem Schneider die Schulen anfahren, um die Maße von den Kindern zu erhalten. Allerdings waren natürlich nicht alle immer anwesend, also musste man noch ein zweites Mal einige Schulen anfahren und so kann sich auch so eine simple Aufgabe in ein Projekt verwandeln.

 In diesem Monat hatten wir auch unseren Trip nach Dodoma und Dar Es Salaam, um dort noch weitere Waisenkinder zu besuchen. Ich kann Euch ein paar Storys erzählen und mir war nicht immer zu lachen zu mute. Nachdem wir eine 12 stündige Bustour von Arusha nach Dodoma hinter uns hatten, haben wir am gleichen Tag noch das Zuhause von Linda Mlimbo besucht. Ich möchte anmerken, dass wir in der Pampa waren und dort außer Motorräder keine anderen Transportmittel mehr vorhanden waren. Wir sind dann also weiter mit dem Motorrad zu Linda nach Hause. Sie lebt dort mit Ihrer älteren Schwester und 8 weiteren Personen zusammen. Sie haben ein viel zu kleines Haus, für so viele Personen. Sie besitzen nur 2 Betten, also könnt Ihr Euch ja vorstellen, dass einige auf dem Boden oder auf der Couch schlafen müssen. Die einzige Einnahmequelle beziehen Sie vom Eigenanbau, was oftmals natürlich nicht mal für den Eigengebrauch reicht. Linda wiederholt gerade die Form IV in der Secondary School und möchte später gern Ärztin werden. Ich finde es super, wenn einige Kinder solche Ziele verfolgen und hoffe nur, dass Sie auch hart lernen werden, um Sie eines Tages zu erreichen.

Danach hatten wir geplant in einem Guesthouse zu übernachten, um dann nächsten Tag weiter zureisen. Natürlich gab es dort kein Guesthouse, obwohl ich vorher extra nachgefragt hatte. Alles kein Problem wurde gesagt, es gibt immer Probleme, wenn dieser Satz fällt. Also sind wir über anderthalb Stunden mit dem Motorrad zum Dorf der Tante gefahren. Wäre ja auch alles kein Problem, wenn es nicht schon dunkel gewesen wäre und es zwischendurch geregt hatte und somit die Straßen nicht die beste Voraussetzung zum Motorrad fahren waren. Ich dachte ich muss sterben mitten in der Pampa.
Wir sind die ganze Zeit immer weggerutscht mit dem Motorrad und das war alles andere als lustig. Nachdem wir dann endlich bei der Tante angekommen waren, war ich fix und fertig und hatte keine Schuhe mehr, da sie dem Schlamm nicht stand gehalten haben.

 Nächsten Tag ging es weiter zum Onkel, da wir dort geplant hatten eine weitere Nacht zu bleiben, bevor wir weiter fahren. Normalerweise wollten wir den Bus um 1 Uhr mittags nehmen und saßen um 3 Uhr immer nach an der „Haltestelle“, da der Bus einfach nicht kam. Wir hatten das Glück, dass ein Pick Up mit einer Chorgruppe in dasselbe Dorf gefahren ist, in das wir auch wollten. Also ab auf die Ladefläche und los ging mit einer singenden Gruppe um mich herum. War auch alles super, bis es angefangen hat zu regnen in strömen. Ich war mir ja egal, aber mein Laptop steht nicht so auf Regen. Völlig durchnässt sind wir dann bei dem Onkel angekommen und konnten erstmal entspannen.

Auf meinem Wunsch hin, haben wir uns auch die Dodoma City angeschaut, da es ja die Hauptstadt von Tansania ist, wollte ich mir das nicht entgehen lassen. Allerdings gab es dort jetzt nicht so viel sehenswertes, außer dem Sitz des Parlaments und ein riesiges Universitätsgelände, aber ich war in der Hauptstadt gewesen. Dann ging es auch schon weiter nach Dar Es Salaam mit dem Bus. Dort haben wir Claras Kimaro’s Wohnort besucht und konnten uns auch dort einen Überblick über Ihre Lebenssituation verschaffen. Clara hat vor 3 Jahren den Wohnort von Nambala nach Dar Es Salaam gewechselt und lebt nun bei Verwandten. Die Familie besitzt einen guten Lebensstandard und Clara ist dort sehr gut aufgehoben. Beide Erziehungsberechtigten sind arbeitstätig und unterstützen Clara so gut wie es geht, damit Sie einmal eine gute Zukunft haben kann.

Am nächsten Tag haben wir dann die Familie Chitungo besucht, die 3 Mädels in der Mitte – Dorice (mit Kapuze, Agness und Roy.
Es war ein wenig schwierig alle zu mobilisieren, da Sie momentan alle an unterschiedlichen Wohnorten leben. Alle vier Mädels leben eigentlich mit ihrer Tante gemeinsam, da es für Sie allerdings schwierig ist, alle vier zu versorgen, wurden sie aufgeteilt.

Martha wohnt ja schon seit einiger Zeit auf dem Schulgelände in Karangai und kommt meistens nur in den Ferien nach Hause beziehungsweise ist Sie auch öfters bei der Mshana Familie. Die anderen drei Mädels leben in Dar Es Salaam bei Verwandten. Leider haben Sie die Form IV nicht bestanden und außer Dorice möchten Sie auch nicht wiederholen. Roy und Agnes besuchen ein College für Hotelmanagement. Roy hatte den Wunsch geäußert, gern etwas in Richtung Dekoration zu erlernen, allerdings gibt es keine richtige Ausbildung dafür, nur einen drei Monatskurs. Ich habe Sie daraufhingewiesen, das ein drei Monatskurs keine vernünftige Ausbildung wäre und Sie auch nicht danach in der Lage wäre, einen Job zu finden. Ich habe Ihr geraten, sich ein College zu suchen, auf dem Sie eine richtige Ausbildung mit Abschluss erhält. Sie hat sich für die Ausbildung zur Hotelfachfrau entschieden, auf dem gleichen College wie auch Agnes.

Nachdem wir dann alle Familien besucht hatten, waren wir noch einige Tage bei Haika Mshana (Schwester von Baraka) bevor wir wieder zurück nach Arusha gereist sind. Nun ist auch schon wieder Monatsende und Ihr werdet von mir dann Ende April wieder einen Bericht erhalten.

Eure Annika


01. Februar – 29. Februar 2012


Annika und SteffenIch habe einen wundervollen Urlaub gemeinsam mit meinem Freund, Steffen, verbracht.
Ich wollte Ihm natürlich so viel wie möglich zeigen und daher war jeder Tag verplant von den 3 Wochen. Wir waren gemeinsam auf dem Tengeru – Markt, dieses Highlight wollte ich Ihm unbedingt zeigen. Wer schon mal hier in Tansania war, kennt diesen Markt und weiß daher auch, dass man ganz schön geschockt von dem Massenandrang sein kann.
Danach haben wir eine Trekkingtour um den Duluti Lake gemacht, um uns nach der Action vom Markt ein wenig in der Natur zu entspannen. Am nächsten Tag sind wir nach Arusha-Town gefahren und haben dort einen Tag verbracht, natürlich waren wir auch auf dem Maasai Markt, damit Steffen ein paar Souvenirs für Deutschland kaufen konnte.
Wir haben auch gemeinsam eine 2 Tages-Safaritour unternommen und waren einen Tag im Manyara Nationalpark und den anderen Tag in Tarangire Nationalpark.

Selbstverständlich haben wir auch ein paar Schulen von uns besucht. Eigentlich hatten wir geplant nach Nambala und Nganana mit dem Fahrrad zu fahren und uns dort die Schulen anzuschauen, aber nach Nambala war Steffen fix und fertig und wollte nur noch nach Hause. Das Fahrrad fahren kann hier schon unterschätzt werden, sind eben keine deutschen Straßen-verhältnisse. Einen Abend wurden wir von Anne und Patrick Mshana zum Dinner eingeladen und somit konnte ich Ihm auch zeigen, wo ich das letzte Mal bei meinem Aufenthalt gelebt hatte. Einen weiteren Tag waren wir in Moshi und haben uns die Wasserfälle angeschaut mit Baraka und einem Freund von Baraka, Ibrah.

Nach anderthalb Wochen in Arusha ging es dann mit dem Bus ab nach Dar es Salaam und somit auch zur Küste. Wir haben einen Tag in Dar verbracht, wobei wir „fast gestorben“ sind, da es einfach zu heiß dort ist und man ist von morgens mit abends nur am schwitzen!
Am nächsten Tag sind wir mit der Fähre rüber nach Sansibar und haben dort noch eine weitere Woche Urlaub gehabt. Wir hatten uns ein Bungalow direkt am Strand gemietet und haben es uns noch mal richtig gut gehen lassen.
Sansibar ist eine sehr schöne Insel, allerdings ist doch sehr viel Tourismus dort und ich war einfach nur geschockt von den Preisen, die überall verlangt wurden.

Kilimanjaro-NationalparkLeider wie es halt immer ist, verging der Urlaub einfach zu schnell und dann musste ich mich auch schon wieder verabschieden von meinem Freund und allein zurück nach Arusha reisen.
Es war eine tolle Zeit und ich hoffe, er hat viele Eindrücke und Erlebnisse mit nach Deutschland genommen. Noch mal vielen Dank, dass Du dich dafür entschieden hast, mich hier unten zu besuchen.

Zurück in Arusha habe ich mich am nächsten Tag gleich wieder an die Arbeit gemacht. In meiner Abwesenheit hat sich Baraka um die Schuluniform für die Schüler gekümmert, damit Sie im neuen Schuljahr auch mit einer neuer Uniform starten können.
Leider haben wir immer noch einige Kinder und Jugendlichen von uns, bei denen der Stand noch unklar ist, welche Schule oder Einrichtung Sie besuchen oder besuchen möchten.
Also habe ich mich damit beschäftigt, diese Kinder zu kontaktieren, um irgendwelche Informationen zu erhalten. Auch bin ich noch dabei nach den Jugendlichen zu suchen, die von zu Hause weggelaufen sind, allerdings bisher ohne Erfolg. Allerdings möchte ich anmerken, dass wir nicht mehr allzu viele Versuche starten können. Sollten wir Sie nicht ausfindig machen, werden wir diese Kinder und Jugendlichen aus dem Projekt streichen. Für einige von Euch mag dies jetzt hart klingen, aber wir haben genug Familien, die uns wirklich dringend um Unterstützung bitten und diese auch brauchen. Wir können unsere Zeit, nicht für Kinder verwenden, die anscheinend ja keinen Kontakt wünschen.
Bestes Beispiel hierfür wäre Shedrack Noel, nach mehreren Gesprächen mit Ihm, haben wir festgestellt, dass er einfach keinen Kontakt wünscht. Somit können wir Ihm nicht helfen und haben Ihn komplett aus dem Projekt genommen. Das tut uns wirklich Leid, aber wer nicht begreifen will und die Chance nutzt, dem kann einfach nicht mehr geholfen werden. 

Es ist wirklich wichtig, dass die Familien, Kinder oder Jugendlichen verstehen, dass wir Ihn nicht die ganze Zeit hinterher telefonieren können. Sie müssen auch Eigeninitiative ergreifen und uns kontaktieren, wenn Sie Schwierigkeiten oder andere Probleme haben. Des Weiteren müssen Sie uns auch wirklich alle Informationen zukommen lassen und nicht einige vergessen oder nicht erwähnen, was wiederum wieder zu mehr Zeitaufwand führt.

Wir haben Anfang März ein Meeting mit allen Eltern und Erziehungsberechtigten, um diese Problematik noch mal zu verdeutlichen. Auch werden wir über die aktuelle Schulsituation der Schüler sprechen. Wir möchten gern die Eltern mit einbeziehen, sodass Sie auch Vorschläge unterbreiten, wie wir die Kinder wirklich unterstützen können. Mehr über das Meeting werde ich Euch im März berichten, nachdem es statt gefunden hat.

Godloves SchulwegIch habe mich auch wieder mit  Godlove Akioo getroffen, um mit Ihm gemeinsam zu seinem neuen Vocational Training Centre zu fahren. Ich habe dort seine Registrierung an der Schule überprüft und die erforderlichen Schulgebühren direkt bezahlt. Er wollte eigentlich eine andere Einrichtung besuchen, aber leider hat er dort eine Ablehnung erhalten. Also mussten wir ganz schnell eine neue Einrichtung finden, in der er auch Automechaniker erlernen kann. Nun macht er eine 2-jährige Ausbildung zum Automechaniker und wird diese hoffentlich gut abschließen. Auf dem Bild könnt Ihr übrigens den Schulweg sehen, zum Glück ist der Baum umgefallen, so musste keine Brücke gebaut werden – wie praktisch!

Ich hatte in der Primary School in Tengeru wieder ein Gespräch mit dem Direktor, Mr. Sumari, bezüglich Sahibu Elibariki. Wir hatten in den vorherigen Monaten auch schon Gespräche dort an der Schule geführt, da Sahibu leider öfters vom Unterricht fern bleibt.
Wir versuchen die Ursachen hierfür festzustellen, leider sieht es so aus, als würden seine Erziehungsberechtigten Ihn öfters nicht zur Schule schicken. Wie natürlich alles hier, kann ich nicht einfach zu den Eltern hingehen und Sie direkt darauf ansprechen, sondern alles muss ganz vorsichtig behandelt werden, damit keine weiteren Konflikte entstehen. Mittlerweile haben wieder Gespräche mit den Erziehungsberechtigten statt gefunden, aber leider sind noch keine Verbesserungen eingetreten.
Ich werde die Entwicklungen von Sahibus Schul-besuchen beobachten und sollte wirklich keine Besserung in Sicht sein, dann werde ich andere Lösung finden müssen. Wir hatten schon über eine Boarding School nachgedacht, somit würde er in der Schulzeit immer auf dem Schulgelände leben und nur an den Wochenenden oder in den Ferien nach Hause fahren. Allerdings besucht Sahibu noch die Grundschule und für Grundschüler gibt es nur ganz wenige Boarding Schools in Tansania.

Gern möchte ich Euch noch den Bericht in Auswertung meines Besuchs der Berufsschule in Singisi vom 31. Januar nachreichen und übermitteln. Wir haben mit dem Leiter der Berufschule Mr. Elias Nnko beraten, wie wir die diese Einrichtung auch weiterhin unterstützen können.

Na gut, aufgrund meines Urlaubs ist der Februar ganz schnell vergangen, aber im März werde ich Euch dann wieder mehr berichten können.

Eure Annika


01.01.2012 - 31.01.2012

Ich habe mich nun dafür entschieden Euch generell einen Monatsbericht zu senden. Eigentlich war angedacht, jeweils alle 2 Wochen einen Bericht zu verfassen, aber die Zeit verrennt hier immer so schnell, dass ein Monatsbericht einfach mehr Sinn ergibt.

Nun hat ja das neue Schuljahr 2012 angefangen und der ganze Januar wurde dafür verwendet alle Schulgelder zu bezahlen. Man könnte vermuten, dies ist ja schnell erledigt, aber nichts da! Als erstes musste ich alle Schulen abfahren, um die Schulbeträge abzusprechen und bestätigen zu lassen. Bei einigen Schulen stand der Beitrag noch nicht fest, so musste ich dort noch einmal hinfahren und so hat sich das komplett durch den Januar gezogen. In einigen Schulen wird das Schulgeld auf ein Schulbankkonto überwiesen, in anderen wiederum wird direkt bar in der Schule bezahlt. Eine Überweisung zu tätigen beansprucht ja eigentlich nicht viel Zeit, allerdings nicht in Tansania! Man kann gut einen ganzen Tag in der Bank verbringen, da diese generell zu jeder Zeit immer voll sind.

GesprächeDes Weiteren haben wir von einigen Kindern keine Rückmeldungen erhalten, welche Schulen Sie nun im neuen Schuljahr besuchen. Ich musste einigen Kindern regelrecht hinterher telefonieren, dass Sie uns doch bitte die Informationen zukommen lassen, damit wir ihnen auch helfen können. Meistens sind dies unsere Jugendlichen, die nicht recht wissen, was Sie eigentlich möchten. Vielen brauchen einen Anstoß, damit sie sich mal Gedanken über ihre weitere Entwicklung machen.

Leider haben wir auch Jugendliche, bei denen die Unterstützung ausgesetzt wurde. Dies hat ganz unterschiedliche Gründe. Odilia Samson ist zum Beispiel von zu Hause weggelaufen ohne weitere Informationen, niemand weiß zurzeit wo Sie sich momentan aufhält und was Sie tut. Bei Emanuel John ist es das Gleiche, er ist wohl in Moshi, aber dies ist auch alles was wir wissen. Barakael Godwin hat seine Führerscheinprüfung bestanden und war seit dem nicht mehr gesehen. Über Jerome Kileo wissen wir wenigstens, wo er sich befindet. Er arbeitet nun in den Minen und möchte auch nicht zurück zur Schule gehen, da er nun Geld verdient. Wie also können wir diesen Jugendlichen helfen, wenn Sie keine Informationen über ihren Aufenthaltsort verraten und selbst die Verwandten teilweise nicht wissen, wo sich die Jugendlichen aufhalten?
Natürlich möchte ich aber herausfinden, wo Sie sich befinden und warum Sie weggelaufen sind. Meistens liegen die Gründe nicht in der Faulheit oder keine Lust auf Schule, sondern haben meistens ganz andere Ursachen. Wir werden Gespräche mit den Verwandten und mit Lehrern an den Schulen führen, um vielleicht noch weitere Details über die jeweiligen Situationen der Jugendlichen herauszufinden.

Fred JohnDas gleiche Problem bestand zum Beispiel mit Fred John, er war genauso weggelaufen von zu Hause ohne jemanden mitzuteilen, wo er sich aufgehalten hat. Wir haben allerdings Kontakt zu ihm aufnehmen können und haben uns über seine Beweggründe für sein Verschwinden unterhalten. Bei ihm war der Fall, dass sein Großvater verstorben ist und er zu seiner anderen Großmutter gereist ist, um ihr Unterstützung zu bieten, nach dem Tod. Seine Großmutter ist sehr alt und so hat er ihr im Haushalt und auf der Farm ausgeholfen. Wir konnten auch darüber sprechen, was er nun gern möchte, und wie wir ihm helfen können. Fred besucht nun das College für Sales Management, welches wir gemeinsam besucht und die benötigten Bewerbungsunterlagen eingereicht haben.

Ich möchte Euch gern von Ziduna Juma berichten, welche uns große Sorgen bereitet. Schon bei dem ersten Besuch in ihrem Zuhause, ist mir sofort aufgefallen, dass dort irgendwas nicht stimmt. Ich habe wirklich noch nie zuvor so traurige Augen gesehen, Sie ist total dünn und macht einen so unglücklichen Eindruck. Natürlich hat sie mir mitgeteilt, dass alles in Ordnung sei, als ich sie angesprochen habe. Allerdings lag dies daran, dass natürlich ihre Verwandtschaft mit anwesend war.

Ziduna JumaIch habe Ziduna in der Schule noch mal besucht und mit ihr dort ganz offen sprechen können. Das Problem besteht darin, dass sie mit der Stiefmutter, nach dem Tod ihres Vaters Messa Juma Ende 2010, lebt. Die Mutter hat eigene Kinder, die total bevorzugt werden und keine gleichberechtigte Führsorge für alle Kinder vorhanden ist. Abgesehen von der Hausarbeit, welche sie teilweise komplett allein bewältigen muss, wird sie auch geschlagen. Ziduna muss auf jeden Fall das Zuhause wechseln, leider ist dies hier ein ganz langer und umständlicher Prozess, wenn ein Wohnsitzwechsel vorgenommen wird. Würde man nun Ziduna direkt aus der Familie holen, würde dies zu Konflikten zwischen den Familien führen und das wiederum zieht große Probleme nach sich. Der Werdegang ist wirklich kompliziert, daher haben wir eine sogenannte Kontaktperson mit einbezogen, die uns unterstützt bei der Vorgehensweise. Nun ist es nur eine Frage der Zeit, wann Ziduna mit Ihrer Schwester Saufa Juma und den Großeltern leben kann und hoffentlich wieder Freude am Leben finden kann.

Nach mehrmaligem Verschieben des Termins in der Primary School in Nganana mit dem Direktor, Samuel Pallangyo,  haben wir uns nun endlich treffen können. Auch hier dient der Termin dazu, um auf den aktuellen Stand der Schulsituation gebracht zu werden. Wir haben gemeinsam Punkte besprochen und zusammengetragen, die zu einer besseren Lernsituation an der Schule führen können. Wie auch schon in der Primary School in Nambala besteht auch hier vorrangig das Problem der fehlenden Schulbücher. Zwar wurden im letzten Jahr Bücher für verschiedene Unterrichtsfächer gekauft, allerdings reichen die natürlich bei Weitem noch nicht aus. Weiterer Bedarf besteht auch im Lehrmaterial, denn wie können die Lehrer unterrichten, wenn keine Schreibheft, Stifte oder Kreide vorhanden ist.
SchuldeckeDes Weiteren besteht auch großer Bedarf darin, die Schulräume zu renovieren, da diese sich in einem denkbar schlechten Zustand befinden. Die größte Sorge bereiten uns die Deckenplatten, da in einigen Räumen, diese nur noch halb an der Decke hängen. Nun könnt Ihr Euch ja vorstellen, welche Risiken damit verbunden sind, wenn sich die Schüler im Klassenraum aufhalten.
Zusätzlich wünschen Sie sich einen richtigen Sportplatz, mit Fußballtouren, Volleyballplatz und alles was dazu gehört. Wir unterstützen die Schule nun schon seit Jahren mit Sportdress und Equipment, nun würden Sie gern auch einen passenden Sportplatz dafür besitzen. Die neu gebaute "The Nelson Mandela African Institute for Science and Technology" , die modernste Bildungseinrichtung Afrikas hat ja in unmittelbarer Nähe der Grundschule ihren Campus und verfügt auch über eine sehr schöne Sportanlage. Inwieweit sich unser Wunsch verwirklichen lässt, dass die Grundschule die Sportfläche mit nutzen kann, darüber werden wir uns erkundigen.

Auch habe ich die Berufsschule in Singisi besucht und mich dort mit dem Koordinator Mr. Elias Nnko unterhalten. Die Freude war groß mich wieder an der Schule begrüßen zu dürfen. Wir haben uns über den aktuellen Stand der Schule unterhalten, was sich getan und verändert hat. Singisi-BerufsausbildungSie hatten uns damals eine Aufstellung übergeben mit allen Ausstattungsgeräten (über 3.000.000 TZS), welche Sie am dringendsten benötigen.
Seit 2010 haben wir begonnen, Equipment für die einzelnen Ausbildungsberufe zu beschaffen, 2010 und 2011 jeweils 1.000.000 TZS bereitgestellt. Einige Ausstattung fehlt noch und wird nach und wir werden in nächster Zeit weitere 1.000.000 TZS bereitstellen.  Ich hatte auch beim letzten Mal Euch berichtet, dass die Berufsschule eine ganze tolle Möglichkeit für die Schüler darstellt, aber das Problem besteht in der Ausstattung. Sie können alles theoretisch erlernen, nur leider haben Sie nicht genug Material, um dies auch praktisch anzuwenden. Aufgrund auch unserer Unterstützung, können nun diese Schüler intensiver die jeweiligen Berufsrichtungen erlernen. Auch hatte ich mit Ihm über die Idee gesprochen, die kaputten Einrichtungsgegenstände von unseren Schulen, an dieser Schule reparieren zu lassen. Wir haben darüber geredet, ob dies umsetzbar wäre und auch die Kapazitäten vorhanden sind, um so viele Gegenstände zu reparieren. Er ist von der Idee begeistert, zumal die Schüler dadurch Ihre praktischen Erfahrungen sammeln können. Wir haben Ende Februar einen weiteren Termin, an dem wir detailliert besprechen, wie wir dieses Vorhaben umsetzen können. Also damit ist gemeint, welches Material benötigt wird, wie können wir die kaputten Möbel dort hintransportieren, wie viele können sie bei sich lagern und im welchen Zeitraum reparieren. Ich bin echt gespannt, aber wir hätten damit ein großes Problem behoben, wenn Singisi für uns die kaputten Einrichtungsgegenstände reparieren kann.
Natürlich werden dadurch Kosten verursacht, die wir in unserem Budget einplanen werden und der Verdienst, die Reparaturkosten kommen direkt der Berufsschule zugute. Wir schlagen "somit 2 Fliegen mit einer Klappe." Hierzu werden wir uns mit Eckard und anderen Unterstützern in der Heimat verständigen, welche  finanziellen Mittel in welchem Umfang 2012 noch bereit gestellt werden können.

Des Weiteren ist an der Schule geplant, ein neuen Schulraum zu bauen. Momentan teilen sich die Ausbildungsberufe Schneider/in und Koch/Köchin gemeinsam einen Raum. Der Unterricht lässt sich natürlich wirklich schwierig gestalten, wenn zwei Lehrer komplett unterschiedliche Berufe erläutern und im selben Raum unterrichten. Allerdings habe ich Ihm mitgeteilt, dass dies in Planung ist, aber wir momentan einfach kein Geld haben, um jetzt ein neuen Schulraum bauen zu lassen. Die Kosten nach vorliegendem Projekt von 40.000.000 TZS (ca. 20.000 €) sind einfach nicht von uns derzeit zu realisieren. Wir haben so viele Probleme in den Familien, die erstmal vorrangig gelöst werden müssen, bevor wir ein so großes neues Projekt anfangen können.

TrikotsWir haben auch damit begonnen die Sportbekleidung und Fußballschuhe an den Schulen zu verteilen. Wir hatten so viele Trikos, dass wir uns dafür entschieden haben, diese aufzuteilen. Somit konnten wir dem Fußballteam in Nambala, der Primary School in Nganana und der Secondary School in Kikwe Anziehsachen für den Sportunterricht übergeben. 

So nun ist der Januar schon wieder vorüber und bei mir ist schon so gut wie Halbzeit angesagt. Nun kommt mein Freund mich in den ersten 2 Wochen im Februar besuchen und wir werden gemeinsam unseren Urlaub hier verbringen. Ich habe also in den nächsten zwei Wochen erstmal keine Zeit und möchte mich ausschließlich nur mit meinem Freund beschäftigen, da wir uns so lang nicht gesehen haben.
Ihr werdet dann Ende Februar von mir wieder auf dem Laufenden gebracht.

Eure Annika


01. Dezember  - 31. Dezember 2011


GodloveSaufa und JumaIch sende Euch diesmal einen Monatsbericht, da ich ehe ein wenig spät dran bin, bekommt Ihr die Zusammenfassung komplett vom Dezember. In den ersten 2 Wochen bin ich so viel gelaufen, Ihr könnt Euch das nicht vorstellen. Wir haben ja nun damit begonnen die Waisenkinder in Ihrem Zuhause zu besuchen und damit die Verständigung auch keine Probleme bereitet, hatte ich Unterstützung von Saufa Juma und Godlov Akioo. Dies sind auch zwei unserer Waisen, die von uns unterstützt werden. Beide können relativ gut Englisch sprechen und kennen sich in Nambala und Nganana gut aus, daher haben Sie mich begleitet. Ich bin also abwechselt einen Tag mit Saufa herumgelaufen und den anderen Tag dann mit Godlov mit dem Fahrrad gefahren. So haben wir bereits nahezu alle Familien, die in der Region Kikwe in den Dörfern Nambala, Nganana, Manyire, Maksoro und Tengeru wohnen, besucht. Es war teilweise wirklich anstrengend den ganzen Tag unterwegs zu sein, dann noch die Sonne dazu, aber ich sehe es ja sportlich und so habe ich auch meinen Körper mal wieder in Schwung gebracht.

Es hat mir sehr viel Freude bereitet mit Saufa (20) und Godlov (19) Zeit zu verbringen, da ich sie auch ein wenig besser kennen lernen konnte. Es wird bestimmt auch die Sponsoren freuen zu hören, dass ich mit den beiden zusammen gearbeitet habe. Beide sind sehr aufgeschlossen und freundlich und haben hoffentlich es auch genossen mit mir die Zeit zu verbringen, auch wenn es wie gesagt, teilweise wirklich anstrengend war bei der Hitze. Saufa wirkt schon sehr erwachsen, was natürlich damit zusammenhängt, dass sie nun Mama ist und Verantwortung für ein Kind zu tragen hat. Godlov regelt sein Leben auch sehr gut, schließlich wohnt er ja auch für sich allein. Allerdings braucht Godlov ab und zu immer wieder "einen Anstupser", damit er nicht auf der Strecke bleibt. Man muss bei Jugendlichen bedenken, die für sich allein wohnen, sie haben niemanden, der sie kontrolliert. Sie können tun und lassen was sie wollen. Daher ist es gut, wenn man Godlov ein wenig hilft und ihm den Weg zeigt.

NambalaIch habe für jeden Haushalt einen Fragebogen erstellt zu speziellen Themen, einmal zu der allgemeinen Lebenssituation, Fragen zum Haushalt und natürlich, welche direkte Hilfe können wir für das Waisenkind vornehmen. Nun habe ich für jede Familie einen Ordner erstellt mit Bildern und dem Fragebogen, somit konnte ich mir eine komplette Übersicht von allen Familien anfertigen. Danach habe ich mich mit Baraka zusammengesetzt und alle Familien ausgewertet. Also ausgewertet hört sich in diesem Fall ein wenig merkwürdig an, aber dies ist notwendig. Jede einzelne Familie wurde detailliert besprochen und festgelegt, was wir genau unternehmen möchten. Danach wurde eine Prioritätenliste erstellt, welche Familien erstmal vorrangig behandelt werden müssen, da die Lebensverhältnisse einfach katastrophal sind.

Ich habe auch einige Plätze besucht, die im ersten Augenblick gar nicht so schlimm erscheinen  und man denken könnte, den geht es ja eigentlich recht gut. Oftmals haben diese Familien dafür aber ganz andere Probleme. In einigen Familien werden die Kinder sehr schlecht behandelt, die Eltern sind Alkoholiker oder es gibt Missverständnisse in den Familienkreisen. Teilweise werden die Kinder nicht wirklich gepflegt und müssen eigentlich alles allein bewältigen. Ich möchte in diesen Fällen hier noch nicht genau die Namen der Familien erwähnen. Ich werde mich mit Anne Mshana und Baraka Mshana zusammensetzten und die Lage in diesen Familien analysieren und verschieden Lösungen ausarbeiten. Dann natürlich werde ich den Sponsoren, von den betroffenen Familien, persönlich eine Mail zukommen lassen und die jeweiligen Probleme erläutern und Lösungsvorschläge anbieten.

NambalaAufgrund meiner Besuche in den Familien konnte ich mir einen wunderbaren Überblick verschaffen, welche Dinge am Meisten benötigt werden. Wir können jede Familie in 3 Kategorien untergliedern, d.h. Unterstützung des Schulmaterials, Individuelle Probleme und Hilfe der Kinder und die Unterstützung des Haushaltes. Ein typisches Problem des Schulmaterials sind keine vorhandenen Schulbücher, Stifte und Schreibhefte. Die individuellen Probleme der Kinder sind ganz unterschiedlich. Hier ist es ganz wichtig auch mit Lehrern oder den Gemeinden zu sprechen, da diese meistens noch mehr Informationen über die jeweilige Lebenssituation haben. Nach diesen Gesprächen können verschiedene Lösungswege erarbeitet werden und dann kann diesen Kindern wirklich geholfen werden. Bezogen auf den Haushalt, liegen die Probleme meistens am Mangel von Lebensmitteln oder zu wenig Betten, keine Matratzen vorhanden, Couch ohne Sitzbezüge, also alles was die Lebensqualität dieser Familien einschränkt. Einige Familien haben dann auch noch einen sehr schlechten Zustand des Hauses oder Daches. Ich bin auch damit beschäftigt den Bauzustand der Häuser zu erfassen. Nach einer Prioritätenliste und unseren finanziellen Möglichkeiten werden wir auch dieses große Problem in der Zukunft anpacken.

Hier wäre nur mal ein Tipp von mir an die Sponsoren:
Alle Kinder haben das Problem des Kleidermangels, dieses ist allerdings hier wirklich schwierig zu ändern. Sich mit allen Kindern zu treffen und Kleidung zu kaufen, würde einfach zu viel Zeit in Anspruch nehmen. Aufgrund der aktuellen Bilder und Angaben des Alters, beziehungsweise habe ich auch die Schuhgrößen von allen Kindern notiert, kann man ja ungefähr die Größe eines Kindes einschätzen. Wenn Ihr einfach den Kindern das nächste Mal Anziehsachen schenken würdet, ist das wirklich eine große Hilfe. Ich bin mir natürlich darüber bewusst, dass dies immer nur möglich ist, wenn die organisierten Besucherreisen nach Nambala durchgeführt werden. Im Februar 2013 ist geplant mit einer größeren Reisegruppe unser Hilfsprojekt zu besuchen, dann können wir sicherlich genügend Gebäck für die Waisenkinder mitnehmen. Stifte, Schreibhefte und alle anderen Sachen des täglichen Bedarfs können hier ohne großen Zeitaufwand organisiert und gekauft werden. Als Beispiel, ich kann in ein Geschäft gehen, dort alle Schreibhefte kaufen und dann diese in den Schulen den Kindern übergeben. Aufgrund der hohen Bestellmenge, können wir die Preise pro Heft sogar noch reduzieren. Dies ist natürlich nur ein Hinweis, ich möchte niemanden vorschreiben, welches Geschenk er dem Patenkind zu machen hat.

KlassenraumIch hatte Euch in meinem letzten Bericht geschrieben, dass ich auch Termine mit den jeweiligen Direktoren der Schule vereinbart habe. Nun hatte ich auch das erste Treffen mit Mr. Joseph Mushi von der Primary School in Nambala. Es war wirklich aufschlussreich und er hat sich auch viele eigene Gedanken gemeinsam mit den Lehrern gemacht, wie er genau seinen Schülern helfen kann. Die Probleme bestehen hier auch überwiegend an fehlenden Schulbüchern, kaputte Schulbänke und generell schlechter Zustand der Klassenräume. Ich kann aber noch keine weiteren Aussagen tätigen, da ich dieses Treffen mit Baraka noch nicht ausgewertet habe. Ich möchte ungern Informationen weitergeben und behaupten aufstellen, welche genaue Unterstützung wir leisten, bevor dies nicht abgesprochen wurde. Allerdings kann ich anmerken, dass ich versuchen möchte, dass auch unsere Schulen zusammen arbeiten.

Wir haben ja in Singisi unsere Berufsschule, dort wird auch die Ausbildung zum Tischler angeboten. Warum sollten diese Schüler uns nicht helfen? Wir könnten Ihnen die kaputten Schulbänke und Tische zur Reparatur geben. Dadurch können Sie auch Ihre theoretischen Kenntnisse anwenden und lernen Sie auch praktisch auszuführen. Somit haben die Auszubildenden einen Vorteil und unserer besteht darin, dass wir die Kosten sehr gering halten können. An all diesen Dingen arbeite ich und gebe Euch Bescheid, soweit ich weitere Informationen gesammelt und besprochen habe.

BabaNatürlich habe ich es mir auch gut gehen lassen! Hier in Usa River habe ich noch andere deutsche Mädels kennen gelernt. Wir haben gemeinsam einen Ausflug zu einem gemütlichen Plätzen am Fluss mit Picknick unternommen, sind am 24.12. in die Kirche zu einem deutschen Gottesdienst gegangen und haben die Nächte in Arusha Town unsicher gemacht. Ich wurde zu einer Hochzeit eingeladen und dieses Event wollte ich mir nicht entgehen lassen. Wann hat man schon mal die Gelegenheit so eine große afrikanische Familienfeier "direkt und live mit zu erleben." Dann bin ich auch wieder in das Heimatdorf von Patrick gereist und wir haben dort die Großmutter besucht. Wie auch beim letzten Besuch fühlte ich mich wieder wie Heidi in den Bergen. Es ist doch wirklich erstaunlich, wie diese Menschen ihr Leben dort bewältigen. Als letztes in diesem Jahr, war dann die Silvesternacht, welche Baraka und ich in Arusha Town in einer Bar gefeiert habe. Eigentlich habe ich die ganze Zeit nur getanzt und mich mal da und dort unterhalten. Für die Weihnachtszeit und Silvester ist es doch was anderes, wenn die Familie und Freunde da sind.

Nun im neuen Jahr 2012 sind viele Aufgaben zu bewältigen, so dass ich erst einmal gut beschäftigt bin und bestimmt keine Langeweile aufkommt. Ich werde Euch Mitte Januar mit einem neuen Bericht wieder auf den aktuellen Stand der Dinge bringen.

Eure Annika


16. November – 30. November 2011


Der zweite Bericht hat ganz schön lange auf sich warten lassen. Ich entschuldige mich dafür, aber ich war so viel beschäftigt, dass ich es einfach nicht früher geschafft habe.

MarkttagWie schnell doch die letzten zwei Wochen wieder vergangen sind, das ist wirklich unglaublich. Man verliert manchmal komplett das Zeitgefühl und der Tag vergeht einfach, man erledigt die Dinge, welche man sich vorgenommen hat und dann wird es auch schon dunkel. Ich erwische mich immer wieder dabei, wie ich ab und zu schmunzeln muss, wenn ich durch die Gegend fahre. Obwohl mir die Lebensweise der Tansanier ja eigentlich bekannt ist, bewundere oder staune ich immer wieder über so viele Dinge. Heute habe ich ein schönes Plätzchen am Fluss entdeckt, wo sich ganz viele Frauen versammelt haben, um Ihre Wäsche zu waschen. Sie sehen es aber gar nicht unbedingt als Last an, sondern genießen es gemeinsam ihre Wäsche zu waschen und nutzen die Gelegenheit gleich sich dabei zu unterhalten. Eine andere Dame hat einfach mal einen Kugelschreiber als Haarspange genutzt und es schien für Sie auch das normalste der Welt zu sein. Die beste Möglichkeit, um solche Entdeckungen immer wieder zu machen, ist mit dem Daladala zu fahren. Man braucht sich auf nichts zu konzentrieren und kann somit seine ganze Aufmerksamkeit seiner Umwelt widmen. Ich würde gern Bilder von solchen Situationen Euch zeigen, aber da Ihr ja wisst, mögen die Tansanier es nicht so sehr fotografiert zu werden.

Nachdem ich nun mein Zuhause eingerichtet habe, hat auch mich der normale Alltag hier erwischt. Ich gehe wie jeder Andere auf den Wochenmarkt, um mir mein Essen zu kaufen und dieser Markt ist nicht zu vergleichen mit deutschen Verhältnissen. Allerdings bin ich noch dabei alle möglichen Varianten an Lebensmittel auszuprobieren, um wirklich nichts zu verpassen. Ich wasche meine Wäsche mit den Händen und reinige auf allen Vieren meinen Fußboden mit einem Lappen. Also ich würde behaupten, ich gebe mir größte Mühe, um mich gut zu integrieren in Tansania.

KinderIch kann mich nun endlich komplett auf meine Tätigkeiten konzentrieren. Ich habe damit begonnen unsere Schulen zu besuchen und war sehr erleichtert, viele bekannte Gesichter wieder zu sehen und auch, dass viele Lehrer sich an mich erinnern konnten. Mit allen Direktoren der Schulen habe ich für die kommenden Wochen einen Termin vereinbart, an dem wir uns in Ruhe zusammen setzen können. Das Meeting ist angedacht, um zum Einen auf dem aktuellen Stand gebracht zu werden und zum Anderen um Ideen zu sammeln, Möglichkeiten aufzuzählen und deren Umsetzung zu diskutieren. Da bald die Schulferien anfangen, werden einige Termine erst im neuen Jahr statt finden.

Dann war es ja auch schon soweit und Eckard ist mit Maria und Jakob, Brigitte und Dietmar und Simone angereist. Natürlich wollen wir die 13 Seesäcke nicht außer Acht lassen, die auch wieder für Freude bei den Kindern gesorgt hat - Vielen Dank noch mal an die Pateneltern. Wir haben gemeinsam alle Projekte besucht, haben einige Kinder in Ihrem Zuhause angetroffen und das Kinderfest wieder mit vollem Erfolg durchgeführt. Dann haben wir noch eine 3 tägige Safaritour nach Tarangire Nationalpark unternommen.

11-2011Für mich war es ja nun nicht meine erste Safaritour, aber trotzdem wieder total faszinierend und aufregend. Die Elefanten waren wirklich überall und damit meine ich auch überall. Sogar auf der Lodge sind Sie einfach mal an den Zelten entlang spaziert. Des Weiteren habe ich eine Tagestour auf dem Kilimanjaro gemacht. Ich kann mir momentan keinen kompletten Aufstieg leisten, daher bin ich halt nur bis zur ersten Station der Mandara-Hütte gewandert.
Aber immerhin, ich kann behaupten, ich bin dem Kilimanjaro schon sehr nahe gekommen! Man kann also sagen, dass diese Zeit für mich auch wie Urlaub war und ich es unglaublich genossen habe.
Es hat mir sehr viel Freude bereitet, mit Euch gemeinsam die Zeit zu verbringen, auch wenn mein Haushalt in diesem Zeitraum komplett zum Stillstand gekommen ist.

Eure Annika


1. November - 15. November 2011

Meine UnterkunftKlappe die Zweite – es hat nun 1 ½ Jahre gedauert bis ich wieder hier in Tansania bin. Die ersten Tage waren irgendwie komisch, obwohl einem die Gegend nicht fremd ist, kommt es einen trotzdem so vor.
Ich freue mich sehr darauf alle wiederzusehen, unsere Projekte zu besuchen und natürlich auch unsere Waisenkinder. Ich bin sehr neugierig was sich so getan hat seit meinem letzten Aufenthalt und werde auch diesmal Euch immer daran teilhaben und in bestimmten Abschnitten Berichte unter meinem Blog zur Verfügung stellen. Wie auch schon bei meinem letzten Mal muss ich mich doch sehr wieder an die langsame, gediegene Art der Tansanier gewöhnen. Ich habe mich diesmal dafür entschieden mir ein Zimmer in Usa River zu mieten, da dort Stromversorgung vorhanden ist. Also bestanden meine ersten zwei Wochen daraus, eine passende Bleibe zu finden und diese halbwegs einzurichten, dass ich dort alleine wohnen kann. Nicht dass Einige nun denken, ich würde mich nicht wohlfühlen bei Anne und Patrick, dies ist es wirklich nicht. Elektrizität ist einfach eine gute Voraussetzung, um vernünftig und effektiv die Monate arbeiten zu können und dies ist so gesagt mein Luxus, den ich mir für die Monate leiste, wenn man schon auf soviel verzichtet.

Momentan ist es sehr heiß hier und die Wasserreserven werden immer knapper. Ich konnte leider miterleben zu was dies unter anderem führen kann. Ich sah zum ersten Mal einen sogenannten „Streetfight“ in der Nachbarschaft. Jeder möchte natürlich ein bisschen Wasser vom Fluss abbekommen und da werden selbst die Nachbarn auf einmal zu Feinden. Dies führte soweit, dass die Polizei gekommen ist und die Massen mit Gasschüssen auseinander getrieben hat. Das muss man sich mal vorstellen – ich konnte das Gas in meinem Mund schmecken. Ich war so geschockt von dieser ganzen Situation und ein paar Stunden später war alles wieder ruhig und das Leben ging weiter, als wäre nichts passiert. Zum Glück erzählte mir Anne, dass Sie solch eine Situation hier noch nie vorher erlebt hatte, was darauf hindeutet, dass die Wasserreserven wirklich knapp sein mussten. So kam es auch vor, dass wir halt mal kein Wasser hatten und ich mir wirklich verdammt dreckig vorkam. (siehe auch: http://www.schattenblick.de/infopool/politik/redakt/afka2048.html )

Ich bin so gespannt und erhoffe mir, dass alles wirklich so klappt, wie ich mir das vorgestellt habe. Ich werde Euch auf dem Laufenden halten. Ach, das Bild zeigt übrigens meine neue Unterkunft für die nächsten Monate. Das lustige ist, dass dort überall Affen in den Bäumen leben. Ich wollte schon immer mal Affen als Nachbarn haben.


Eure Annika


19. April - 06. Mai 2010

Nun ist auch meine Zeit gekommen, dass ich mich hier verabschieden muss. Ich sende euch hiermit meinen letzten Bericht und hoffe, dass ich euch viele Informationen und einen wirklichkeitsnahen Eindruck von meinem Aufenthalt hier in Tansania vermitteln konnte.

Ich bin jetzt mitten drin in der Regenzeit und es regnet auch wirklich fast jeden Tag. Die Straßen sind einfach so amüsant, es ist teilweise gar nicht möglich einige Straßen entlang zu laufen, geschweige denn mit dem Auto zu fahren. Aber ich habe hier ja gelernt "anything is possible in Africa", also keine Beschwerden.

Diese Woche habe ich die Secondary School in Kikwe besucht. Leider war der Schulleiter an diesem Tag nicht in der Schule, aber wir haben uns mit dem Stellvertreter Mr. Mzava unterhalten. Diese Schule besuchen momentan insgesamt 600 Schüler und es gibt nur 15 Lehrer/innen die diese Schüler unterrichten. Da gehört schon eine Menge Management dazu, damit alle Klassen unterrichtet werden können. 20 Waisenkinder von uns, vertreten in allen Klassenstufen,  besuchen momentan diese Schule. Wir möchten diesen Waisenkindern auch weitere  Unterstützung bieten, indem wir Schulbücher kaufen. Somit haben Sie eine bessere Chance vernünftig für die Prüfung zu lernen, welche in Form IV (Klassenstufe IV) anfällt. Diese Prüfung ist entscheident für den weiteren Werdegang. Sollten Sie diese nicht bestehen, können diese Schüler nicht weiter die Schule besuchen. Natürlich möchten wir dies so organisieren, dass die Bücher am Ende des Schuljahres der Schule übergeben werden, damit die nachfolgenden Schüler diese Bücher ebenfalls nutzen können.

MalwettbewerbAn den beiden Nursery Schools, also in Nambala und in Nganana, haben wir in dieser Woche den Malwettbewerb gestartet. Die Kinder haben unter dem Motto "Children painting for Children" für die beiden Partnerschulen in Deutschland gemalt. Ich sende somit ganz liebe Grüße und ein großes Danke schön an Frau Doreen Hänsch von der Grundschule Weferlingen und an Frau Ines Daniel von der Kita im Kietz, dass Sie diese beiden Schulen unterstützen. Es war doch sehr lustig, die Kinder beim zeichnen zu beobachten. Ich habe gemeinsam mit den Lehrerinnen die besten fünf Bilder von den jeweiligen Nursery Schools ausgewählt. Diese 10 Bilder werde ich also mit nach Deutschland bringen und dann werdet ihr nachvollziehen können, warum es so lustig ist, wenn die Kleinen zeichnen. Wir haben die Kinder mit den 10 besten Bildern mit einem kleinen Geschenk belohnt. Sie haben Malbücher und Buntstifte geschenkt bekommen. Ich emfand dies als eine gute Idee, da es schließlich ein Malwettbewerb war und somit können Sie das Zeichnen weiter üben. Damit die anderen Schüler nicht traurig sind, habe ich Süßigkeiten verteilt.

Ich habe euch in meinem letzten Bericht von der Idee berichtet, dass wir gern Bäume pflanzen möchten. Dies habe ich gemeinsam mit Baraka und den Schülern der Primary School in Nganana auch gemacht. Wir haben ca. 130  Bäume verschiedener Arten gepflanzt, die ich gemeinsam mit Baraka gesponsert habe. Die Schüler haben super mitgemacht und ich hoffe, Sie hatten genauso viel Spaß dabei wie wir. Natürlich haben wir vorab erklärt, warum es wichtig ist für die Umwelt, dass wir Bäume pflanzen und ordentlich mit der Umwelt umgehen. Welche Funktionen haben eigentlich die Bäume und welche Vorteile entstehen uns durch die Pflanzen.

BaumpflanzungenDann habe ich die Unambwe Familie besucht und den Brief von Heike Krause überreicht. Ich habe mich auch erkundigt, ob alle Geschenke, welche Sie erhalten haben von Familie Lehnert, auch Anwendung gefunden haben. Ja, haben Sie und ich sende einen riesigen Dankesgruß an die Paten nach Deutschland von der Familie.
Ich habe alle Schulen von uns noch einmal vor meiner Abreise besucht und mich bei den Lehrern und Schülern verabschiedet. Ich hatte eine super Zusammenarbeit mit den Lehrern, dafür bedanke ich mich ganz rechtherzlich. Ich wurde überall immer freundlich empfangen und die Informationen, die ich erfragt habe, wurden mir ohne Probleme recht schnell mitgeteilt, was meine Arbeit hier doch sehr erleichtert hat.

Ich bedanke mich bei allen, die mich unterstützt haben und auch bei der ganzen Mshana Familie, dass ich ein Teil ihres Lebens sein durfte. Ich habe einen Einblick in das wirkliche, echte afrikanische Leben erhalten. Sie haben mich wie ihre eigene Tochter aufgenommen und ich möchte keine Minute meines Aufenthaltes missen. Ich habe hier so viel erlebt und für mein Leben dazu gelernt, dafür bin ich dieser Familie sehr dankbar.


5. April - 18. April 2010

Nun sind schon 2 Monate vergangen und meine Abreise rückt immer näher. Dabei habe ich mich gerade so schön eingelebt. Ich möchte gern noch so viele Ideen und Projekte umsetzen! Aber die Zeit ist einfach zu knapp. Dazu kommt, dass sich die Eröffnung des neuen Bankkontos von FRI-SUCODE verdammt lange hinzieht. Bis Dezember 2009 wurden ja die Spendengelder von MISEREOR auf das Konto von Anne Mshana vom Schulkomitee überwiesen. Mit der Gründungsurkunde von FRI-SUCODE (Zertifikat vom 26. Januar 2010) hat unser Hilfsprojekt die staatliche Anerkennung erhalten. Die Eröffnung eines eigenen Bankkontos ist zwingend erforderlich und auch vorgeschrieben.
Wie hier im wirklichen Leben, so arbeiten auch die Banken hier: Immer "gelassen" und schön "pole pole", also langsam langsam. Wir hoffen in der kommenden Woche nun endlich das Konto eröffnen zu können, damit bald weitere Spendengelder überwiesen werden können.

Baraka und ben mit Gromutter Asha AliIch habe zusammen mit Baraka einige Ideen entwickelt, welche wir gern verwirklichen möchten. Wir haben uns überlegt, dass wir z. B. mit Schülern der Schulen, die wir unterstützen, gern Bäume pflanzen würden. Wir beziehen die Schüler aktiv ein und sie lernen mit der Umwelt besser umzugehen. Die Eigenversorgung zum Beispiel durch den Anbau von Gemüse zu sichern, ist bei vielen Familien ein Kernproblem. Wir würden bei einigen Familien von uns, Gemüse anpflanzen. Dies ist allerdings nicht bei allen möglich. Entweder sie hane keine eigenen Anbaufläche und keine Wasserversorgung für das Gemüse in der näheren Umgebung. Auch sind Familie auch kaum in der Lage sich um das Gemüse zu kümmern, weil die Großeltern zu alt usw. Wenn wir dieses aber bei einigen Familien in Zukunft realisieren könnten, wäre dies echt super. Die Familien hätten nicht nur Gemüse zur Eigenversorgung, sowohl auch Gemüse zum Verkaufen und können sich somit ein wenig Geld dazu verdienen. 

Dann habe ich einen unserer Waisen, Baraka Tito zu Hause besucht und Ihm den Brief von seiner Paten Doris Albrecht überreicht. Also es wäre hier wirklich zum Vorteil, wenn ich Swahili sprechen könnte. Klar, ich besuche die Familien und meistens begleitet mich Baraka und kann für mich übersetzen. Aber einige Familie in meiner Umgebung besuche ich alleine. Wie auch Baraka Tito. Ich kann sehen, dass er total erfreut und dankbar darüber ist. Es ist schade, das wir uns nicht in Swahili unterhalten können  und somit mehr voneinander erfahren. Beides ist wichtig, dass ich in der Zukunft Swahili lerne und die Waisen in der Schule fleißig Englisch.
Ich habe mir auch Gedanken gemacht, was geschieht mit den Waisenkindern, die momentan bei den Großeltern leben. Viele der Großeltern sind schon sehr alt und niemand ist unsterblich. Was geschieht dann mit den Waisen? Wo werden Sie dann leben. In anderen Familien hat vielleicht die Mutter/ Vater  Aids! Was ist, wenn das Krankheitsbild sich verschlechtert und Sie nicht mehr in Lage sind, sich um die Kinder zu kümmern. Mit dieser Problematik muss man sich auch beschäftigen.  Denn früher oder später müssen wir uns damit auseinander setzen.
So machen wir uns gegenwärtig große Sorgen um Elibariki Unambwe, die Mutter von 4 Kindern. Die Kinder sind noch so klein! Die Älteste, Jaquline ist gerade 12 Jahre alt.
Als ich mich mit Baraka darüber unterhalten habe, erklärte er mir, es finden sich immer Lösungen. Viele haben noch Verwandte, nur leben die halt nicht in näherer Umgebung. Die Kinder müssten dann möglicherweise umziehen. Sollte dies nicht der Fall sein, dann kümmert sich die Community darum, dass Kinder von Nachbarn aufgenommen werden. Wir müssen uns in nächster Zukunft aus diese Fälle vorbereitet sein und die Unterbringung mit finanzieller Unterstützung organisieren. Nur so können wir dann weiterhin auch die finanzielle Verantwortung für diese Waisen übernehmen und für ihre Schulbildung sorgen.

Dann habe ich die Familie Lyatuu kennen gelernt. Das Kind Joel von der Familie ist zwar kein Waise, hat aber mehrfach Behinderungen. Die Familie benötigt unbedingt Unterstützung. Sie haben sich an Anne Mshana gewandt und um Hilfe gebeten. Ich habe daraufhin zusammen mit Anne die Familie besucht. Die Situation ist diese, dass Joel Elia Lyatuu  (2 Jahre) nicht laufen und nicht sprechen kann. Die Eltern haben aber nicht das Geld, um eine weitere Behandlung für das Kind zu ermöglichen. Es ist hier für Familien mit einem behinderten Kind sehr schwierig, einer Arbeit nach zu gehen und es ständig zu betreuen und zu versorgen. Die Eltern von Joel haben keinen Job, da sie sich um das Kind die ganze Zeit kümmern müssen. Zudem wird das Kind wahrscheinlich später der Familie, aufgrund der Behinderung, keine Unterstützung geben können und immer auf Hilfe angewiesen sein.
Üblicherweise ist es aber normal, dass die Kinder den Eltern helfen im Haushalt oder auf den Feldern. Auch müssen die älteren Kinder immer Verantwortung für ihre jüngeren Geschwister übernehmen. Kinder mit Behinderungen können dies meistens aber nicht und diese Situation ist für die meisten Familien eine starke Belastung. Diese Familie hat auch kein richtiges Einkommen. Die Mutter ist Näherin und damit können Sie sich ein wenig Geld dazu verdienen. Der Vater hat gar kein Einkommen. Somit ist klar, dass Sie über keine Möglichkeiten verfügen, Joel vor allem die medizinische Versorgung zu geben, welche dieser Junge dringend benötigt. 

Ich habe daraufhin Claus Heim, Leiter der Reha-Klinik in Usa River, besucht und ihm die Situation von dieser Familie geschildert. Er hat mich an Joise Reinartz, Leiterin der Sibusiso, weitervermittelt. Dies ist eine Einrichtung für Kinder, die sowohl körperliche als auch geistige Behinderungen haben. Als ich mich mit der Familie Lyatuu wieder in Kontakt gesetzt habe, schilderten Sie mir, dass Sie mit Joel für 3 Monate in Sibusiso gewesen sind. Eine weitere Behandlung dort vor Ort ist somit ausgeschlossen. Es gibt in Moshi ein Krankenhaus, welches eine dauerhafte Physiotherapie anbietet. Ich werde mich erkundigen, welche Kosten damit verbunden sind, wenn Joel dort eine Therapie erhält.

Ich habe auch das Vocational Training Centre (Berufsschule) in Singisi wieder besucht und mit Elias Nkoo besprochen, welches Material/ Equipment wir zur erst besorgen. Wir hatten ja bei unserem 1. Besuch im Februar mit Ecki und den anderen Mädels versprochen zu helfen.
Nun  beabsichtigen wir zuerst für 1.000.000 tansanische Schilling (650  €) zur Verfügung zu stellen. Es ist klar, dass wir nicht zur selben Zeit alle Sachen (Tischlerwerkzeug, Nähmaschinen, Koch-Zubehör etc.) anschaffen können. Die Lehrer sind total erfreut, dass unsere Hilfe so schnell erfolgt, auch wenn es vorerst nur ein Teil vom benötigten Equipment ist. 

Mit angehenden Tieraerzten unterwegsDann habe ich Patrick Mshanan bei einem Ausflug von angehenden Tierärzten, die am Livestock Institut in Tengeru ausgebildet werden, begleitet.
Obwohl  Patrick  sich im wohlverdienten Ruhestand befindet, unterricht er momentan wieder am Institut. Da gegenwärtig nicht ausreichend Lehrkräfte am Institut zur Verfügung, wurde er gebeten, auszuhelfen. Ich habe also mit den angehenden Tierärzten die Manyara Ranch am Lake Manyara Nationalpark besucht. Die Ranch ist einfach so unglaublich groß und alle Tiere und auch Maasais teilen sich dort gemeinsam den Lebensraum. Ich habe auch wieder Zebras, Giraffen, Elefanten, Antilopen und andere kleine Tiere entdecken können. Auch für Touristen ist dies ein Ausflugsort. Sie können nicht nur die Tierwelt bewundern. Übernachten in Zelten ist auch möglich. Wir haben uns unter anderem Ställe für Kühe angesehen. Aber diese sind für Massenhaltung vorgesehen. Also riesig groß! Leider kann ich nicht all zu viele Details von diesem Ausflug wieder geben, da die meiste Zeit über Swahili gesprochen wurde. Auf der Heimfahrt haben wir dann auch noch den Maasai Markt besucht. Dort kommen alle zusammen und verkaufen ihr Vieh. Die Studenten haben dort erfahren, was Sie bei der Haltung und Fütterung von Kühen zu beachten haben. Es war ein super lustiger Tag für mich, auch wenn ich nicht alles, auf Grund der noch fremden Sprache, verstanden habe.

Nicht dass Ihr zu Hause denkt, ich habe die Frauenmannschaft vom Nambala Sportclub vergessen - NEIN! Die Zeit war nur ein wenig ungünstig, um regelmäßig zu trainieren. Zu dieser Saison waren die meisten auf den Feldern beschäftigt, um Reis oder Mais anzupflanzen, bevor die Regenzeit beginnt. Ich trainiere aber mit den Frauen, wenn Sie zum Training erscheinen. Es macht mir eine große Freude, zusammen mit den Frauen zu spielen, auch wenn wir uns nicht so richtig verständigen können.


23. März - 04. April 2010

AnnikaAm Dienstag war ich zu erst in der nursery school (Vorschule) in Nambala und habe dort die Schüler wieder besucht. Was mir doch deutlich auffällt ist, dass hier meistens von jedem Schüler einzeln die Übungen kontrolliert werden. Dies beansprucht viel Zeit und es herrscht ein wenig Unruhe, da die Lehrerin mit kontrollieren beschäftigt ist. Dann hat mich Ufoo Munisi (Lehrerin) gefragt, ob ich nicht Lust hätte die nächste Unterrichtsstunde zu führen. - Klar,  warum nicht! Also habe ich die Kinder in Zeichnen unterrichtet. Wir haben gemeinsam Bananen und eine Ananas gemalt. Nur sind die Schüler noch so klein, dass die Ergebnisse doch recht lustig aussahen. Der Unterricht allgemein gestaltete sich ein wenig schwierig, da sie mein Englisch nicht richtig verstehen konnten und wenn Sie etwas gezeichnet haben, kamen Sie immer gleich zu mir nach vorne und wollten es mir zeigen. Es hat mir aber großen Spaß bereitet, die Kleinen zu unterrichten.  Zu jeder Zeit, gerne wieder!

Die primary scchool (Grundschule) ist gleich nebenan zu einem kurzen Hallo habe  bei den Lehrern und Schülern vorbei geschaut. Ich habe Bekanntschaft mit Anne, einer Amerikanerin geschlossen, deren Firma. die über das Projekt "Save the Rain", das Wasserreinigungssystem für die Nambala Grundschule gebaut hat. Sie war gerade zur selben Zeit an der Schule und entnahm Wasserproben, als ich vorbei kam. In speziellen Wasserballons wird das Regenwasser gefiltert und so aufbereitet, dass dir Kinder in der Schule Trinkwasser haben.

In der Unterhaltung erzählte Anne mir, dass Sie auch die secondary school (Sekundarschule) in Region Kikwe im Programm haben. Anne bot mir an, mich mitzunehmen. Das ist super! Jetzt werde ich auch die Möglichkeit nutzen, diese Schule zu besuchen. Ich habe schon länger vor, secondary school aufzusuchen, weil dort einige unserer Waisen unterrichtet werden.

Am Mittwoch war ich dann wieder in der primary school in Nambala und habe den Englischunterricht in den Klassenstufen besucht. Die Lehrer versuchen Ihr möglichstes. Aber wie schon berichtet
benötigen die Schulen auch unbedingt Wörterbücher, die einfach nicht vorhanden sind.
Der Lernstoff kann so natürlich nicht wirklich vermittelt und der Unterricht gar nicht richtig geführt werden. Die Schüler sind so kaum in der Lage, selbst einfache englischen Wörter in Swahili zu übersetzen und umgekehrt. Ebenso die Situation beim Englisch-Unterricht in der primary school in Nganana. Es war ungemein schwierig für mich! Ohne Lehrmaterial selbst leichte und einfache Übersetzungsübungen sind kaum durchführbar, weil die Vokabeln nicht bekannt sind. Ich möchte das aber als Problematik darstellen, nicht als Kritikpunkt an die Schüler oder Lehrer.

KüheWir haben, wie auch in meinen letzten Berichten beschrieben, die Aufgabe vor uns, die Schulen mit ausreichend Lehrmaterial auszustatten. Der finanzielle Aufwand ist, wie schon geschildert, enorm. Mit Sachverstand und Feinfühligkeit wirksam Die Lehrer und Schüler hierbei wirksam zu unterstützen verlangt mit Sachverstand und Feinfühligkeit an die Dinge heran zugehen.
Wir haben hier, im Gegensatz zu vielen anderen Ländern und Regionen in Afrika, eine Basis für unsere Hilfe. Menschen, die unsere Hilfe über Jahre kennen, uns vertrauen und uns offen begegnen. Woanders kommt nie Hilfe an und es gibt keine Infrastruktur um Hilfe überhaupt zu leisten!!! Das ist eine wichtige Erfahrung für mich.

Neben unseren beiden Vor- und Grundschulen in Nambala und Nganana, konnte ich auch wieder die Grundschule und Berufsschule in Singisi besuchen. Sinigisi liegt nördlich der Verbindungsstrasse von Moshi - Arusha, ungefähr 12 km von Usa River und 10 km von Nambala entfernt. Dort bin ich auch in den Unterricht gegangen oder habe mich mit den Lehrern unterhalten. Was mich ja total erfreut ,dass mich die Schüler auf der Straße teilweise sogar mit meinem Namen grüßen und nicht nur Mzungu"(weiße Person) rufen. Da fühle ich mich gleich heimischer und nicht mehr so fremd. 

Natürlich war ich auch wieder zu Hause, bei Familie Mshana aktiv. Ich habe unter anderem den Kuhstall ausgemistet oder gehe öfters mit den Kühen auf die Weide, sodass Sie genug zu futtern bekommen. Ich bin die meiste Zeit aber nicht allein, da die Kinder aus der Umgebung zu mir kommen und mir Gesellschaft leisten. Besonders die Waisen, die wir unterstützen: Baraka Tito, Ben und auch die Unambwes und die 3 Labani Brüder: Ombeni, Godlove und Joshua, um nur einige zu nennen. Wir sind schon eine große Familie!

Wir können uns zwar nicht wirklich verständigen, aber wir stehen zusammen oder hören Musik und tanzen ein wenig. Sie helfen mir auch, wenn ich mal wieder mit den Kühen überfordert bin.
Es ist schon erstaunlich wie routiniert diese "kleinen Knirpse" mit den Tieren umgehen.

Brief an Mary MjemaEin bewegender Moment war der Besuch bei Mary Mjema und ich übergab ihr einen Brief von Theresa.
Dank Theresas Engagement hatten wir 2009 von ihrem Schicksal erfahren. Theresas Familie hat die Patenschaft über Mary und Ihre beiden Söhne Baraka und Isidori übernommen.
Des Weiteren habe ich 11 Familien von 20 Waisenkinder zu Hause besucht und konnte mir einen Eindruck von der jeweiligen Lebenssituation verschaffen. Der Lebensstandart ist auf sehr niedrigem Niveau.  Das ist erschreckend und "schockierend."! Oftmals leben 4-5 Personen gemeinsam in 2 kleinen Räumen und es schlafen 2 oder mehr Personen gemeinsam in einem Bett, wenn überhaupt genug Betten vorhanden sind.
Obwohl mir Eckard berichtete, dass alle Waisenkinder im letzten Jahr ein neues Moskitonetz erhalten haben, sind die Wohnbedingungen so einfach, dass Sie nicht lange halten, einfach nicht ausreichen und wieder neue Moskitonetze benötigt werden.
Das ist ein wichtiger Punkt, denen wir unbedingt sofort nachgehen müssen, denn Moskitonetze sind hier wirklich super wichtig. Es benötigt nicht viel Geld und Zeit, dieses Vorhaben umzusetzen, ist aber so bedeutend.
Zudem haben vielen Familien, bei denen die Kinder leben, gar keinen richtigen Arbeitsplatz. Die meisten verdienen sich ein wenig Geld, indem Sie auf den Feldern arbeiten oder wenn irgendwo Bedarf besteht, helfen sie mal aus. Wenn die Kinder bei der Großmutter/ -vater leben, ist natürlich klar, dass die meisten gar nicht arbeiten, da Sie einfach körperlich nicht mehr in der Lage dazu sind. Somit wird deutlich, das Sie nie wirklich jeden Monat wissen, wie viel Geld Sie zur Verfügung haben oder von welchem Geld Sie sich ernähren sollen. Viele dieser Familien haben auch nicht genug Land, damit Sie ausreichend Mais, Reis, Bananen oder Gemüse anpflanzen können, damit Sie sich wenigsten selbst davon ernähren können. Man muss sich das mal vorstellen, nie genau zu wissen, wann kann ich die nächste Mahlzeit zu mir nehmen. Für uns steht das gar nicht zur Debatte. Wir denken vielleicht darüber nach, welchen nächsten Kinofilm wir uns gern anschauen würden.
Wieder einmal erscheinen mir meine Probleme so gering, wenn ich sehe, unter welchen Bedingungen die Familien hier leben.

BerglandschaftÜber die Osterfeiertage habe ich Patricks Familie in seinem Heimatdorf in Makanya Mzumra besucht, welches 180 km von Nambala entfernt ist. Als Patrick mir erzählte, er ist in den Bergen aufgewachsen, nahm ich das als Scherz an. Nein - dieses kleinen Dorf liegt wirklich mitten in den Bergen, eine traumhafte Landschaft und "immer Grün", zumindest jetzt mit Einsetzen der großen Regenzeit. Fast die ganze Familie Mshana hat sich dort zusammengefunden und die Osterfeiertage miteinander verbracht. Somit konnte ich also auch mal die Großmutter, Geschwister und Verwandten von Patrick kennen lernen. Ich stelle mir das Leben dort ein wenig einsam vor, geschweige denn, dass es einfach ist dort zu leben. Alleine schon den Weg immer zu laufen ins Tal, ist ja körperlich auch ganz schön anstrengend, erstrecht wenn man schon ein wenig älter ist. Leider habe ich die Feier nicht wirklich miterlebt, da wir am Montag schon recht früh wieder heimgefahren sind, aufgrund der langen Fahrt, die wir vor uns hatten. 


15. März - 22. März 2010

In dieser Woche war ich unter anderem im Vocational Training Centre in Singisi. Auf diese Schule gehen die Schüler der Grundschulen des Distrikts, die nicht auf die secondary school gehen können, da Sie die Prüfung nicht bestanden haben, um weiterhin die Schule besuchen zu können. Diese Berufsschule hatten wir im Rahmen unseres Besuchsprogramms am 10. Februar besucht. Sichtlich beeindruckt von dem Engagement der Lehrer um Elia Nkoo, haben wir ja beschlossen die Hilfe zu erweitern. Tage später wurde uns eine Liste mit 13 Waisen übergeben. Mein Besuch dort diente dazu, diese Hilfe für die Zukunft zu organisieren und weitere Informationen zu sammeln.
AnnikaIch habe mich mit dem Schulleiter über die 13 Waisenkinder unterhalten und die jeweiligen Maschinen/ Equipment, die Sie für die Ausbildungsberufe benötigen. Es werden insgesamt 5 Ausbildungsberufe angeboten, als Koch/Köchin, Schneider/in, Zimmermann, Elektriker und Töpfer/in. Allerdings ist es dringend notwendig, dass die Schule mit mehr Equipment ausgestattet wird. Ein großes Problem ist nämlich, dass Sie zwar dort Ausbildungsberufe lernen können, allerdings nicht wirklich viel praktische Erfahrungen sammeln können, da Sie die passenden Werkzeuge nicht besitzen.

Des Weiteren habe ich für die nursery school Plakate gezeichnet mit verschiedenen Themen. Diese werden im Klassenraum aufgehängt und die Schüler können somit zum Beispiel die Pflanzenarten oder die verschiedenen Insektenarten lernen. Also dafür, dass ich eigentlich nicht gut zeichnen kann, sind mir die Plakate doch recht gut gelungen, glaube ich zumindest.

Ich habe auch die primary school in Nganana besucht und auch hier, muss man leider feststellen, dass nicht genug Gelder vorhanden sind, um ordentlich Unterricht führen zu können. Die Unterrichtsfächer sind dieselben, wie auf der primary school in Nambala und auch, dass ab der 3 Klasse zusätzlich Geschichte, Erdkunde und Politik unterrichtet wird. Als ich mich dort mit der Schulleiterin Janet Mringo unterhalten habe, was sie am dringendsten benötigen für die Schule, antwortete Sie: Mit Bücher für alle Klassenstufen. 8 bis 9 Schüler müssen sich 1 Buch teilen, wenn es dann vorhanden ist. AnnikaEin Schulbuch kostet im Durchschnitt 2 bis 3 Euro. Durch unserer Hilfe sind wir zurzeit in der Lage aus dem Spendenaufkommen für jede der vier Schulen 100 bis 150 Bücher zu kaufen. Benötigt werden für die ungefähr 1.000 Kinder ca. 7.000 Schulbücher in den verschiedenen Unterrichtsfächern. Alles andere ist zweitrangig.
Die Schulverwaltung um Mohamed Msongo leistet Ihr möglichstes, aber die Verwaltung ist auch von Zuwendungen de Regierung abhängig. In der vergangenen Jahren wurde wenigstens noch für die 4 Schulen etwa Geldmittel für 200 Bücher bereitgestellt. Jedoch seit 2009 wurden keine Gelder mehr bereitgestellt. Der Grund: Die immensen Anstrengungen um die Gesundheitsversorgung und der Kampf gegen AIDS wirksam weiter führen zu können.
Aber Bücher sind super wichtig, da auch diese Schule für dieses Quartal keine Gelder von der Schulverwaltung erhalten hat und es auch sehr ungewiss ist, ob sie diese fürs nächste Quartal erhalten werden. Es ist einfach nicht möglich alle Bücher zu kaufen, auf die Sie angewiesen sind, damit der Unterricht richtig geführt werden kann.

Am Wochenende war ich in Moshi und war bei den Wasserfällen und bin natürlich auch baden gegangen, aber eigentlich auch nicht richtig, da das Wasser zu kalt ist. Die beste Zeit, um die Wasserfälle zu besuchen ist wohl eigentlich in der Regenzeit, denn dann sehen sie wohl noch schöner aus und natürlich ist auch mehr Wasser vorhanden.

In dieser Woche war es ein wenig schwierig für mich, alle Dinge zu erledigen, die ich mir vorgenommen habe. Normalerweise fahre ich meistens überall mit dem Fahrrad hin, da die Entfernungen für mich einfach zu weit und es zu heiß ist, dass ich die Strecken laufen kann. Nur hatte ich diese Woche das Fahrrad nicht zur freien Verfügung, aber die nächste Woche werde ich dann wieder aktiver sein.


Nambala Grundschule01. März - 14. März 2010

Die Zeit verrennt auf einmal so schnell, am Anfang kam mir eine Woche wie 2 Wochen vor und nun ist schon die Hälfte meiner Aufenthaltsdauer hier in Tansania vorbei.

In der ersten Märzwoche war ich in Dar es Salam und habe somit auch mal einen Eindruck vom richtigen Stadtleben in Tansania bekommen. Die Fahrt nach Dar es Salam ist doch recht weit, aber der Bus ist fast der gleiche Standard wie der in Deutschland.

In Dar es Salam sieht man deutlich einen Unterschied zum Landleben. Der Lebensstandard ist dort ein wenig höher und natürlich gibt es in der Stadt auch mehr Arbeitsplätze und auch die Verdienstmöglichkeiten liegen höher. Die Arbeitslosenquote in Dar es Salam liegt bei ca. 40 %. Auf dem Land haben zwar die meisten Tansanier einen Job, nur reicht das Gehalt nicht aus, um sich und die Familie zu ernähren. 
 
StundenplanIch habe Amon, ein Waisenkind von uns, auch in seinem Technical College besucht und er hat mir ein wenig die Stadt gezeigt. Nur ist es in Dar es Salam so heiß, dass man nicht wirklich in der Lage ist, sich großartig zu bewegen. Die Temperaturen lagen bestimmt locker bei 45 °Grad und ich habe die ganze Zeit, auch auf Grund der extrem hohen Luftfeuchtigkeit, sehr geschwitzt. Da frage ich mich, wie halten es nur die Leute aus, die dort leben und jeden Tag arbeiten unter diesen Voraussetzungen. Natürlich sind Sie es gewohnt, aber wenn du Sie fragst, empfinden Sie die Temperaturen genauso unangenehm, wie ich.

Aber dafür hatte ich das Meer und den Strand dort, was ich auch in vollen Zügen genossen habe. Ich hatte das Vergnügen am Strand in einem Zelt zu übernachten und das war ja mal ein unglaubliches Feeling! Wenn du morgens aufwachst und hast einen direkten Blick auf den Indischen Ozean. Aber nach 1 Woche in Dar es Salam sehnte ich mich dann doch wieder nach Hause, in Nambala zu sein. Dort ist nicht alles so hektisch. Das Landleben ist halt komplett anders. 

 In der zweiten Woche besuchte ich öfters die Grundschule (primary school) in Nambala. Ich gehe mit in den Unterricht und schaue, welche Lernmethoden haben die Lehrer in der Schule und wie ist die Beteiligung der Schüler am Unterricht. Natürlich ist der Unterrichtsablauf nicht zu vergleichen mit dem in Deutschland. Aber alle Schüler sind bemüht am Unterricht teilzunehmen und die Lehrer versuchen auch jeden Schüler mit einzubeziehen. In der primary school ist der Unterrichtsplan ein wenig umfangreicher als in der Vorschule (Kindergarten/nursery school). Die Schule beginnt um 8:00 Uhr und endet um 14:30. Zudem werden auch mehr Unterrichtsfächer angeboten, also Englisch, Swahili, Mathematik, Sport, Zeichnen, Naturwissenschaft und zusätzlich noch Geschichte, Erdkunde und Politik.
Zur Erklärung: Die angegeben Zeiten auf dem Stundenplan der 7. Klasse (siehe beistehendes Bild) beziehen sich auf Uhrzeitangabe in Swahili, d.h. 08.00 Uhr entspricht 02.00 Uhr wie im Stundenplan vermerkt.

Ein großes Problem, was ich auch sehe ist, dass die Kinder die ganze Zeit über nichts Essen. Also morgens wird ja meistens nur ein Tee/Kaffee ausgegeben und ein Keks gegessen und dann essen Sie erst auf dem Nachmittag. Meistens sieht das so aus, wie in der Vorschule - eine Tasse für alles!
Also haben Sie gar keine richtige Energie für den Tag! Also ich meine damit, dass die Leistungsfähigkeit dadurch total eingeschränkt ist. Zusätzlich benötigt die Schule unbedingt eine neue Renovierung, aber selbst schon neue Tafeln, Stühle und Tische, Schränke für die Klassenräume, Material für den Unterricht würden auch schon der Schule weiterhelfen, damit Sie ordentlich Unterricht führen können. Zudem benötigen Sie Wassertanks, Trinkkanister für jeden Klassenraum und Plastiktrinkbecher, damit wenigstens die Versorgung mit trinkbarem Wasser richtig vorhanden ist.

Es liegt also noch viel Arbeit vor uns, bis jede Schule so eingerichtet ist, dass wir von einem normalen Standard sprechen können. Aber Schritt für Schritt können wir diese Ziele gemeinsam erreichen.


Annika6. Februar - 28. Februar 2010

Also ich bin jetzt ca. 3 Wochen hier in Tansania und bin überwältigt von den Eindrücken, welche ich in diesem Zeitraum erlebt habe.

Die ersten 2 Wochen waren ja wie Urlaub, da ich noch in Begleitung von Petra, Ingrid, Uta und unserem Reiseleiter Eckard war. Obwohl ich die Frauen vorher nicht kannte, waren es super schöne Tage, die wir hier zusammen verbracht haben.

Nun beginnt auch für mich die Arbeit hier. Momentan fühle ich mich noch ein wenig verloren, da ich nicht perfekt Englisch spreche und somit die Kommunikation doch sehr eingeschränkt ist.

Am Anfang des Aufenthaltes empfindet man das alles hier als ein großes Abenteuer, doch mit der Zeit realisiert man, was man hier erlebt, ist das wahre Leben der Tansanier. Es fällt mir doch sehr schwer, die passenden Worte zu finden, um die Lebenssituation hier richtig zu beschreiben. Auf jeden Fall kann man es nicht vergleichen mit Deutschland, da es einfach ein komplett anderes Leben ist. Ich habe die Tansanier als ein super freundliches, aufgeschlossenes Volk kennengelernt, wo sich jeder grüßt und willkommen heißt. Trotz der Armut sieht man keinen sich beschweren, sondern sie machen einfach das Beste aus ihrer Lebenssituation. Duschen mit einem Wassereimer, kochen im Freien über einer Feuerstelle, keine richtige Stromversorgung ist völlig normal und man gewöhnt sich auch schnell an die neuen Lebensumstände.

Ich habe Anne schon mit in den Kindergarten begleitet, was mehr wie eine Vorschule ist. Diese Schule befindet sich in Nganana und ist eine Stunde zu Fuß entfernt von unserem Zuhause. Das ist echt weit für meine Verhältnisse und wenn man bedenkt, dass Anne 60 Jahre alt ist, kann man da nur staunen. Sie betreut dort insgesamt 75 Kinder, allerdings sind nicht jeden Tag alle Kinder anwesend. Trotzdem ist das doch sehr schwierig, alle Kinder unter Kontrolle zu haben und jedem einzelnen gerecht zu werden. Die Kinder werden unterrichtet in Mathematik, Swahili, Zeichnen, Naturwissenschaft und Sport. In den Pausen singen und spielen alle miteinander, dass ist so süß, wenn man sie beobachtet. Zwei Tage später habe ich den anderen Kindergarten in Nambala besucht, doch diesmal bin ich mit dem Fahrrad gefahren, was für helle Begeisterung auf den Straßen gesorgt hat, da es nicht normal ist, dass eine weiße Person mit dem Fahrrad fährt und nicht mit einem Auto. In dieser Schule betreuen zwei Lehrerinnen insgesamt 86 Schüler und die Unterrichtsfächer sind dieselben, wie auf der anderen Vorschule, nur das es hier noch zusätzlich Englischunterricht stattfindet.

AnnikaIn der letzten Woche habe ich als Stadtkind das Landleben kennen gelernt und das ist echt hart. Ich habe mit Patrick zusammen eine Futterstelle für die Kühe gebaut. Dafür sucht man sich einfach Holz aus der Umgebung und alte Nägel und los geht's. Dann bin ich mit auf die Reisfelder oder habe das Futter für das Vieh geholt, also ganz neue Erfahrungen für mich. Ich habe sogar schon auf ganz traditionelle Art einen Wassereimer auf dem Kopf getragen, bei mir sieht das zwar nicht so elegant aus, aber ich bin ja lernfähig.

Am Donnerstag war der erste Tag an dem ich mit den Mädels Volleyballtraining absolvierte, also das wird eine harte Nummer. Abgesehen davon, dass Sie mich nicht wirklich verstehen, da Sie nur Swahili sprechen, können sie so gut wie gar nicht spielen. Aber gut, wir haben ja Zeit, kein Problem.

Am Wochenende bin ich nach Moshi gefahren, da dort ein großes Event stattgefunden hat - der Kilimanjaro Marathon. Das war echt ein schönes Erlebnis, überall Menschenmassen, Live Musik und Respekt für die Kandidaten, die an diesem Marathon teilgenommen haben, denn bei diesen Temperaturen ist das wirklich eine Herausforderung.

Das Einzige woran ich mich doch sehr gewöhnen muss, ist die Ruhe und Gelassenheit, welche die Tansanier hier haben. Alles ist hier, so schön wie man sagt -  pole pole, also langsam langsam. Na gut, bin gespannt was die nächste Woche so schönes bringt.Malwettbewerb

Letzte Aktualisierung ( Montag, 16. April 2012 )
 
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